Kernwegenetz fertig gestellt

Finales Konzept landwirtschaftliches Kernwegenetz

 

Am 13.05.2019 wurde im Sitzungssaal der Gemeinde Mistelgau die Endfassung eines landwirtschaftlichen Kernwegenetzkonzeptes „Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz“ vorgestellt.

Im Verfahrensgebiet waren sieben von zehn Kommunen des Vereins für Regionalentwicklung, dessen Gebiet gleichzeitig eine Integrierte Ländliche Entwicklungsregion (ILE) bildet.

Der anhaltende Strukturwandel in der Landwirtschaft und die veränderten Mobilitäts- und Freizeitbedürfnisse haben die Anforderungen an das landwirtschaftliche Wegenetz verändert. Für die kulturlandschaftlich geprägte Region Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz wurde daher im Lauf des vergangenen Jahres ein Kernwegenetzkonzept durch die BBV Landsiedlung erstellt, welches vom Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken (ALE) fachlich begleitet und finanziell gefördert wurde. Das Hauptziel des ländlichen Kernwegenetzkonzeptes ist die Verbesserung der Agrarstruktur und die Unterstützung der Kommunen bei der Bewältigung der technischen und strukturellen Anforderungen an die Straßen und Wege im ländlichen Raum, die häufig multifunktional genutzt werden.

Ländliche Kernwege bilden sich im Sinne dieses Konzepts aus Teilstücken:
• der Gemeindeverbindungsstraßen,
• der ausgebauten öffentlichen Feld- und Waldwege inkl. der Ortsrandwege sowie
• weiterer, i. d. R. öffentlicher Wege, die bisher nicht ausgebaut sind.
Diese Kernwege sollen geeignet sein, den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr aufzunehmen und müssen dabei folgende Qualitätsanforderungen erfüllen:
• Tragfähigkeit von mind. 11,5 t Achslast,
• 3,5 m breite, befestigte (staubfreie) Fahrbahn,
• beidseitig 0,75 m (mind. 0,5 m) befestigte Seitenstreifen und
• geeignete Wegentwässerung (Graben)

Außerdem müssen die Kernwege über ausgeformte Kurven, verkehrsgerechte Einmündungen in überörtliche Straßen und – bei Bedarf – über Ausweichstellen verfügen. Wichtig im Sinne dieses Ausbaus ist zudem der Lückenschluss zu anderen Kernwegen und die Größe der Netzmaschen des ländlichen Kernwegenetzes, welche grundsätzlich ca. 1,5 bis 2 km breit sein sollen.

Nach einer Auftaktveranstaltung im Mai 2018, bei der die Vorgehensweise erläutert wurde, haben in allen Kommunen Abstimmungstermine mit Bürgermeistern und verschiedenen Stakeholdern (Gemeinderäte, Landwirte, Jagdgenossen, Ortsobmänner, Verwaltungsangestellte) stattgefunden,
um einen ersten Entwurf des Wegenetzes zu erarbeiten.

Nach Abstimmung mit dem ALE und Trägern öffentlicher Belange (TÖB) (z.B. staatliches Bauamt, Untere Naturschutzbehörde, Wasserwirtschaftsamt), wurde der überarbeitete Entwurf weiteren Interessengruppen bekannt gemacht (z.B. AELF, Bayerischer Bauernverband, Fränkische-Schweiz-Verein). Je nach Stellungnahmen und Einzelfallabwägungen wurde das Konzept sukzessive konkretisiert und mit allen rechtlichen sowie fachlichen Belangen abgestimmt. Schließich erfolgte unter den verbleibenden Wegen eine zeitliche Priorisierung. Forthin lässt sich unterscheiden zwischen „übergeordneten Kernwegen“ (geplante Kernwege die als Gemeindeverbindungsstraße gewidmet sind) und „ergänzenden Kernwegen“ (öffentliche Feldwege). Nach den drei Kategorien kurzfristig (0-5 Jahre), mittelfristig (5-15 Jahre) und langfristig (<15 Jahre), können nun die einzelnen Gemeinden den Aus- bzw. Neubau einzelner Wege mittels einem Bodenneuordnungsverfahren oder auch als ländliche Infrastrukturmaßnahme fördern lassen. Voraussetzung dafür ist, dass alle naturschutzfachlichen Voraussetzungen gegeben sind und eine Einigung mit allen Anrainern/Eigentümern gefunden wird.

Bei der Vorstellung des finalen Konzeptes waren Vertreter aller Kommunen des Verfahrensgebietes anwesend, die je Exemplar in gedruckter und digitaler Form ausgehändigt bekommen haben. Weiterhin waren anwesend, der Vorsitzende des Vereins, Herr Landrat Hermann Hübner, Frau Claudia Stich, vom ALE Oberfranken und Herr Philipp Herrmann, Regionalmanager des Vereins.

Titelbild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay; Foto: Verein für Regionalentwicklung