Regionalbudget

Seit 2020 steht den Bayerischen ILE-Regionen ein jährliches Regionalbudget in Höhe von 100.000 € zur eigenverantwortlichen Förderung von Kleinprojekten zur Verfügung. 90 % der Summe werden vom Amt für Ländliche Entwicklung zur Verfügung gestellt. In den ersten beiden Jahren konnten durchschnittlich 20 Projekte mit einem Gesamtinvest von rund 300.000 € in der Region verwirklicht werden.

Weiterführende Informationen zu der Förderkulisse finden Sie hier.
Als Inspiration dafür, welche vielseitigen Projektideen mit dem Regionalbduget gefördert werden können, finden Sie auf dieser Seite eine kleine Auswahl erfolgreich abgeschlossener Kleinprojekte.

Beispiele aus 2021:

Beispiel 1: Offener Bücherschrank Waischenfeld

Mit dem Ziel Literatur und Wissen kostenlos und jederzeit zu teilen, wurde am Bischof-Nausea-Platz in Waischenfeld ein offener Bücherschrank aufgestellt. Das Angebot richtet sich an alle Bürger und Touristen und vor allem Kinder und Jugendliche sollten durch das öffentlich zugängliche Angebot zum Lesen animiert werden. Zusätzlich gibt es auch einen weiteren postitiven Aspekt:
Bücher, die nicht mehr benötigt werden, erhalten ein zweites Leben anstatt in der Papiertonne zu landen!

Beispiel 2: Ideenhaus Hollfeld

Im Ideenhaus in Hollfeld (Blauer Turm von Thomas Brix, Brennende Wand von Axel Luther, Mona-Lisa von Volker Wunderlich), befinden sich im Obergeschoss, angeschlossen an die Ausstellungsräume der Hollfelder Kulturfreunde e. V., sog. Museumsecken, die folgende Handwerksberufe durch Originalausstattungen darstellen:

– Schneiderwohnstube der 1920er Jahre
– Zahnarztpraxis der 1930er Jahre
– Uhrmacherwerkstatt der 1950er Jahre
– Tante-Emma-Laden der 1960er Jahre
– Frisörsalon der 1970er Jahre

Allen Besuchern, besonders Kindern und Jugendlichen, kann dadurch ein Eindruck früherer Zeiten und Wissen vermittelt werden. Da die Präsentation jedoch überholt und nicht mehr zeitgemäß war und zudem erklärende Bildtafeln fehlten, wurden im Rahmen der Förderung Erneuerungen in der Museumsecke umgesetzt.
Als Adressaten der Dauerausstellung sind u. a. die beiden Kindergärten, die Grundschule und die Gesamtschule sinnvoll. Zusätzliche Öffnungszeiten können mit dem Kunst- und Kulturverein im Rahmen von Ausstellungen abgestimmt werden.

Beispiel 3: Kneippbecken Obernsees

Mit dem Bau der Kneipp-Erholungsanlage wurde ein zusätzlicher Gesundheits- und Erholungsfaktor in unmittelbarer Nähe zur Therme Obernsees geschaffen. Direkt am Ehrlichbach mit seinem natürlichen und sauberen Wasser, am bereits städtebaulich sanierten Marktplatz beim Dr.-Dörfler-Brunnen, wurde eine Kneippanlage mit Arm- und Fußbecken gebaut.
Zielgruppe sind neben den Bürgern auch die Urlauber aus dem Feriendorf und den umliegenden Gemeinden, Thermenbesucher und Tagesgäste. Für den Fremdenverkehrsverein Obernsees erfüllt sich dadurch ein lang ersehnter Wunsch.



Regionalbudget 2020
Beispiel 1: Steinmetzwerkstatt für Kinder

Eines der größten Projekte 2020 war die Steinmetzwerkstatt für Kinder in Mistelgau, initiert vom Verein Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e. V. unter Federführung der 1. Vorsitzenden Brigitte Trausch.
Der gemeinnützige Verein hat im Herbst 2018 ein denkmalgeschütztes Sandsteinhaus mit regionaltypischem Fassadenschmuck (Fensterschürzen) von der Gemeinde Mistelgau erworben. Sowohl das Haus als auch die dahinter befindliche Scheune waren in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. In der Scheune hat der Verein eine Steinmetzwerkstatt für Kinder und Jugendliche (z.B. Schulklassen) eingerichtet, wo Kindern unter Anleitung einer Steinmetzin und Sozialpädagogin die historische und kulturelle Bedeutung der markgräflichen Baukultur näher gebracht wird. Dazu war eine Erneuerung des Scheunendaches und des Tores nötig.

Auch das Haupthaus des Anwesens soll in naher Zukunft im Rahmen der Dorferneuerung durch den Verein saniert werden.

Beispiel 2: Spielplatz Heroldsberg

Der seit 1999 bestehende Dorfverein Heroldsberg e.V. gestaltet Brauchtum und Dorfleben des Ortes und pflegt eine eigens errichtete Kapelle. Auf einem Grundstück der Stadt Waischenfeld errichtete der Dorfverein mit Hilfe des Regionalbudgets innerhalb weniger Monate einen komplett neuen Spielplatz. Dieser enthält mehrere Spielgeräte, darunter eine Schaukel, eine Rutsche, Sitzgelegenheiten, ein Sandkasten inkl. Sonnenschutz sowie eine Seilwinde, samt Zaun. Der Dorfverein hat nur die Anschaffungskosten für das Material beantragt und alle weiteren Arbeiten in Eigenleistung erbracht. Manche Spielgeräte wurden sogar in Eigenleistung gebaut um weitere Kosten zu sparen. Im Rahmen der Eröffnungsfeier lobten Bürgermeister Thomas Thiem und Landrat Florian Wiedemann das große Engagenemt der „Herzberger“, allen voran, das von Projektinitiator Baptist Knörl.

Geschenkübergabe an Baptist Knörl
Spielplatzweihe durch Pfarrvikar Dominik Sygas
Nordbayerischer Kurier vom 15.09.2020

Neben dem Spielplatz in Heroldsberg wurde auch durch die Dorfgemeinschaften in Treppendorf, Stechendorf und Eichenbirkig in dörfliche Spielplätze investiert. In Seelig konnte ein neuer Bolzplatz angelegt werden. Der Kindererlebnisweg in Mengersdorf erhielt zwei neue Spielgeräte und der Wasserspielplatz im Kainachtal eine neue Schwengelpumpe.

Beispiel 3: Online Plattform für Einzehändler in Hollfeld

Durch die Erstellung einer gemeinsamen Online-Plattform soll die Sichtbarkeit der Gewerbetreibenden in der Innenstadt Hollfelds erhöht und eine Grundlage für digitale Angebote (beispielsweise digitale Händlerprofile, Gutscheinsystem, Online-Shop, etc.) geschaffen werden. Die Zielrichtung ist, hierdurch die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Wirtschaft zu erhöhen und somit einen wichtigen Baustein zum Erhalt dieser zentralen Infrastruktur zu setzen sowie dem wachsenden Leerstand in der Innenstadt entgegenzuwirken. Die Internetplattform wurde so angelegt, dass jederzeit eine Erweiterung auf die Ebene der gesamten ILE-Region möglich wird. Das Kleinprojekt dient somit auch dazu, anhand der Hollfelder Gewerbetreibenden exemplarisch den Nutzen und die Praktikabilität derartiger Serviceangebote auf regionaler Ebene zu erproben.

Hier geht es zur Plattform.

Beispiel 4: Mitfahrbänke

Gleich zwei Projekte des Regionalbudgets 2020 beinhalten die Anschaffung von Mitfahrbänken.

Die Gemeinde Eckersdorf bekam acht Bänke für die größten Ortsteile gefördert und nutzte das Regionalbudget als Einstieg in das Oberfrankenweite Projekt.

Der Förderverein Region Neubürg e.V. hat zehn zusätzliche Mitfahrbänke angeschafft, die in den Gemeinden Waischenfeld, Hollfeld, Plankenfels und Mistelgau aufgestellt wurden. Dort war das Mitfahrbänke-Netz bis zu diesem Zeitpunkt sehr schwach ausgebaut.

Mitfahrbänke sollen sponaten Fahrgemeinschaften anregen und dadurch die Mobilität im ländlichen Raum verbessern. Dank den jüngsten Ergänzungen gibt es in der Region Rund um die Neubürg inzwischen 35 solcher Bänke, mit denen die ganze Region „befahren“ werden kann.

Beispiel 5: Dorfplatzverschönerung Plankenfels

Der Platz vor dem Sportheim des TSV Plankenfels wird von der gesamten Dorfgemeinschaft als Ort für Veranstaltungen und Feste genutzt (z.B. Kerwa, Weihnachtsmarkt). Nun hat der Platz auch die entsprechende Gestaltung als Begegnungsraum bekommen, und kann für das öffentliche Leben der Gemeinde genutzt werden. Das Kleinprojekt beinhaltet die Neugestaltung als gepflasterte Fläche, den Einbau einer Entwässerungsrinne und die Errichtung einer Grillstelle. Der TSV Plankenfels hat nur die Materialkosten beantragt und hat alle Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt.

Auch der Dorfplatz auf dem überdachten Löschteich von Frankenhaag konnte im Rahmen des Regionalbudgets verschönert werden.

Weitere Projektbeispiele und Impressionen

Neben den hier beschriebenen Projekten (Spiel- und Bolzplätze, Dorfplätze, Mitfahrbänke, Homepage-Erstellung) wurden durch das Regionalbudget auch in Flyer und Info-Tafeln zu Wanderwegen, öffentliche Toiletten, Gemeinschaftsgärten, Streuobstwiesen und Jugendräume investiert.

Haben auch Sie eine Idee, die Sie mit Hilfe des Regionalbudgets verwirklichen wollen? Alle relevanten Informationen finden Sie hier:

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